der "da-krieg-ich-das-kotzen" thread!

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ryan
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Re: der "da-krieg-ich-das-kotzen" thread!

Beitragvon ryan » 26.03.2018 11:05

Surprise hat geschrieben:
ryan hat geschrieben:
Surprise hat geschrieben:
Das mag jetzt zynisch klingen, aber wenn man die jährlichen Opferzahlen des islamischen Terrorismus in Europa (zwischen 3 und 196 in den letzten 15 Jahren) beispielsweise mit der jährlichen Anzahl von Drogentoten (8‘500) oder der Anzahl Todesopfer von Verkehrsunfällen (26‘000) vergleicht, dann erkennt man, dass der Terrorismus für unsere europäische Gesellschaft nüchtern betrachtet schlicht und ergreifend keine Bedrohung ist.


Du vergleichst im Ernst Verkehrsunfälle mit Terrorismus? Sorry aber Äpfel und Birne...

Jetzt machst du es dir aber schon sehr einfach. Natürlich sind Terrorismus und Verkehrsunfälle was völlig anderes - einerseits. Wenn es aber darum geht, zu beurteilen, wie gross das Risiko ist, einem Anschlag zum Opfer zu fallen, dann ist der Vergleich durchaus zulässig und anschaulich. Man könnte natürlich noch zahlreiche andere Zahlen zum Vergleich hinzuziehen wie Beziehungsdelikte, Sportunfälle, Schusswaffenopfer, was auch immer. Das Resultat ist immer das gleiche. Der Terrorismus ist und bleibt für unsere Gesellschaft keine Bedrohung.

Oder besser: Er wäre eigentlich keine. Und das führt mich zum Punkt, der mich am meisten stört: Die Bedrohung besteht nämlich nicht real durch die Todesgefahr der Bevölkerung, sondern in unserer Reaktion darauf. Der Terrorismus hat ja gar nicht zum Ziel, die westliche Bevölkerung auszulöschen oder massiv zu reduzieren. Es geht nur darum, Angst und Verunsicherung zu erzeugen. Und das scheint leider zu gelingen - gerade auch wegen der Überreaktionen und Panikmache der Rechten. So absurd es sein mag: Durch die völlig irrationale und überzogene Reaktion und das politische Ausschlachten der Phantombedrohung des Terrorismus helfen gerade diejenigen, die "der Islamisierung des Abendlandes" den Riegel vorschieben wollen, den Terroristen dabei, ihr Ziel zu erreichen.


Das dies von den Rechten politisch ausgenutzt wird stört mich auch und gebe ich dir auch vollkommen recht. Trotzdem sollte man die Terroranschläge nicht einfach so hinnehmen oder links liegen lassen.

Es ist ein sensibles Thema und so wie du argumentierst machst du gerade das Gegenteil von der Überreaktionen der Rechten, du verharmlost es. Wenn du aber selbst Leute in der Familie hättest, die mit einem Terroranschlag konfrontiert gewesen sind, würdest du aber auch keine solche Vergleiche bringen...
Alkohol ist für Menschen, die ein paar Hirnzellen weniger verschmerzen können.

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Ben King
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Re: der "da-krieg-ich-das-kotzen" thread!

Beitragvon Ben King » 26.03.2018 12:33

Surprise hat geschrieben:
Ben King hat geschrieben:
ofirofir hat geschrieben:Ich krieg das kotzen eher so:
https://www.wochenblick.at/ausschreitun ... m-gesetze/
https://www.focus.de/panorama/videos/so ... 37801.html

Wie man so naiv sein kann, weiss ich nicht. Die linken Ignoranten fördern die Rechtsextremisten.


Der Faschismus ist nur deshalb am wachsen, weil unsere Regierungen radikale Islamisten nach Europa gelassen haben und die sind gefährlich. Sieht man ja bei all den Anschlägen, Hasspredigern, Scharialeuten, etc.

Sorry, Ben King, diese Aussage ist so falsch und gefährlich, dass sie mich richtig wütend macht. Vorab; das ist nicht gegen dich persönlich gerichtet. Ich behaupte nicht, du seist rassistisch. Das Problem ist ein grundsätzliches.

Was mich an deiner Aussage, der Faschismus sei nur wegen der Migrationpolitik der europäischen Regierungen am wachsen, so stört, ist dass sie dem Faschismus quasi eine Begründung gibt. Die Aussage impliziert, der Faschismus sei nur eine logische und notwendige Reaktion auf einen Fehler der Regierungen, eine Art gerechtfertigte Verteidiung sozusagen.

Das ist kreuzfalsch. Zuerst mal muss man sich vor Augen halten, dass die Anzahl Terroropfer in Europa in den letzten 20 Jahren massiv zurückgegangen ist. (Gut dargestellt hier: https://www.watson.ch/Wissen/Schweiz/98 ... rch-Europa). Dazu kommt, dass die schlimmsten Anschläge auch gar nicht alle von Islamisten stammten (Bsp. Anders Breivik).

Ich will die grauenhaften Anschläge der letzten Jahre keineswegs verharmlosen. Jedes Terroropfer ist zuviel und wenn es dich oder deine Angehörigen trifft, nützt es dir nichts, wenn du statistisch gesehen ein Ausnahmefall bist. Das ist mir alles klar. Die Darstellung aber, das Leben in Europa sei wegen dem islamistischen Terror heute so gefährlich wie noch nie, ist schlicht und ergreifend nicht wahr. Nicht einmal im Ansatz!

Der falsche Eindruck entsteht einerseits durch einen riesigen Medienhype. Wenn heute irgendwo in Europa ein durchgeknallter Spinner mit einem Messer jemanden in den Arm sticht und dazu Allahu Akbar schreit, ist in den Medien europaweit die Hölle los. Wenn irgendwo in Europa ein ebenso durchgeknallter Spinner eine abscheuliche Hasspredigt hält, ebenso. (Siehe den zweiten Link von ofirofir.)

Das mag jetzt zynisch klingen, aber wenn man die jährlichen Opferzahlen des islamischen Terrorismus in Europa (zwischen 3 und 196 in den letzten 15 Jahren) beispielsweise mit der jährlichen Anzahl von Drogentoten (8‘500) oder der Anzahl Todesopfer von Verkehrsunfällen (26‘000) vergleicht, dann erkennt man, dass der Terrorismus für unsere europäische Gesellschaft nüchtern betrachtet schlicht und ergreifend keine Bedrohung ist.

Das Ganze hat gewisse Parallelen zum Fussball. Wenn man diesbezüglich heutzutage die Zeitung liest, kriegt man den Eindruck, der Besuch eines Fussballspiels sei extrem gefährlich und heute gäbe es in den Stadien mehr Gewalt denn je. Wir wissen beide, dass das nicht stimmt. Interessanterweise gehörst gerade du ja auch zu denen, die sich im Fussball über diese falsche Darstellung ärgern. Hier aber verbreitest du sie selber. Denk da mal darüber nach.

Es sind aber nicht nur die Medien, die an der Verbreitung des völlig falschen Eindrucks schuld sind. Vielmehr wird soche Angst von Rechtspoulisten und Faschisten gezielt geschürt und politisch bewirtschaftet. Die Angst, ob gerechtfertigt oder nicht, erzeugt Hass – und Hass ist der Boden, auf dem die Saat der Faschisten gedeiht. Das Problem beim Faschismus ist ja, dass nur die wenigsten Menschen sich selber als Faschisten oder Rassisten bezeichnen. Für sich alleine wären diese Leute so klein und unbedeutend, dass man gar nicht darüber reden müsste. Zur Massenbewegung und damit zum Problem wird das Ganze nur, weil es diesen wenigen faschistischen Köpfen gelingt, mit gezielter Fehlinformation und Halbwahrheiten (unfreiwillig unterstützt durch die Medien) die Angst der Menschen zu schüren. (Ein klassisches Beispiel dazu ist der erste Link von ofirofir auf die bekanntermassen mit der FPÖ verbandelte Hetz-Zeitung „wochenblick.at“. Aber bei ofirofir, bekanntlich ein typischer und bekennender Vertreter der „ich habe nichts gegen Ausländer, ABER“-Fraktion, verwundert das leider nicht.) Die Menschen fühlen sich bedroht und akzeptieren plötzlich gewisse Ansichten der Faschisten, weil sie eben glauben, das sei quasi als Selbstverteidigung gegen die muslimische Bedrohnung nötig und gerechtfertigt. Genau so wie du in deiner Aussage. So wird aus ein paar verirrten Wahnsinnigen plötzlich eine Massenbewegung von verängstigten Menschen, die sich von Faschisten haben instrumentalisieren lassen und ihnen nachlaufen. So kommen dann die Wählerschaften von AfD, Front National, UKIP, FPÖ etc. zusammen. (Ich verzichte bewusst darauf, das schweizerische Pendant beim Namen zu nennen.)

Was das bedeutet: Am Aufkommen des Faschismus sind nicht irgendwelche Regierungen schuld, die „gefährliche radikale Islamisten“ nach Europa lassen. Vielmehr sind die Faschisten schuld daran, dass die Menschen glauben, die arabische Migration bestehe zu einem guten Teil aus gefählichen radikalen Islamisten.

Zu guter letzt noch eine ganz schöne Darstellung von Nico Semsrott zum Thema (ab 0.34): https://youtu.be/rthXY4w3R4Y


Danke Surprise, du hast in vielen Punkten recht.

Bei Drogentoten oder Verkehrsunfällen oder Alkoholsüchtigen etc. ist aber keine böse Absicht dahinter. Verkehrsunfälle gibt es nunmal und man kann nur präventiv dagegen wirken, Fussgängerstreifen ausbauen etc. Bei Drogen kann sich jeder selber ändern, wenn er oder sie stark genug ist und damit aufhören.

Bei Anschlägen ist alles viel perfider. Völlig Unschuldige können unter die Räder kommen. Klar, die Chance selbst betroffen zu sein, ist verschwindend klein, aber das Übel liegt bereits viel vor den Anschlägen. Mädchen, die nicht in den Schwimmunterricht dürfen, Frauen, die in einer freien Gesellschaft, vollverschleiert rumlaufen müssen. Frauen, die nur einen ausgesuchten Mann heiraten dürfen (klar, das gibts auch in Indien, Sri Lanka, etc.). Forderungen von Islamschulen und Kindergärten, obwohl Religion und Staat bei uns eigentlich getrennt sein müssten. Spezielle Friedhöfe, obwohl unsere Friedhöfe für integrierte Personen eigentlich gut genug sein müssten etc...Ich beziehe das auf Islamisten und nicht auf alle Moslems. Ich sehe darin schon ein Problem. ;)
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Re: der "da-krieg-ich-das-kotzen" thread!

Beitragvon Surprise » 26.03.2018 15:23

ryan hat geschrieben:Es ist ein sensibles Thema und so wie du argumentierst machst du gerade das Gegenteil von der Überreaktionen der Rechten, du verharmlost es. Wenn du aber selbst Leute in der Familie hättest, die mit einem Terroranschlag konfrontiert gewesen sind, würdest du aber auch keine solche Vergleiche bringen...

Tut mir leid, daber das stimmt nun einfach nicht.

Surprise hat geschrieben:Ich will die grauenhaften Anschläge der letzten Jahre keineswegs verharmlosen. Jedes Terroropfer ist zuviel und wenn es dich oder deine Angehörigen trifft, nützt es dir nichts, wenn du statistisch gesehen ein Ausnahmefall bist. Das ist mir alles klar. ...


Mit dem "wenn du selber betroffen wärst, würdest du anders reden"-Argument kann jede Diskussion betreffend Todesopfer jeglicher Art abgewürgt werden. Eine solche Diskussion kann letztlich immer nur mit einer gewissen analytischen und sachlichen Distanz geführt werden. Selbstverständlich ist der Verlust eines Angehörigen durch einen Terroranschlag absolut grauenhaft für die Betroffenen - wie wohl jeder Verlust eines Angehörigen. Ich kann und will nicht darüber diskutieren, ob es schlimmer ist, jemanden durch einen Terroranschlag oder z.B. durch einen Raserunfall zu verlieren. Das ist komplett sinnlos.

Entscheidend ist etwas anderes: Man muss unterscheiden zwischen der unbestrittenen Tragik im Einzelfall und deren Relevanz für unsere gesamte Gesellschaft. Ich habe mich am (auch von dir explizit vertretenen) Argument gestört, die europäischen Regierungen seien wegen ihrer laschen Migrationspolitik indirekt für das Aufkommen des Faschismus in Europa verantwortlich. Es handelt sich hier um Themen europaweiter Relevanz. Ohne die Tragik des Einzelfalls nur im Ansatz verharmlosen zu wollen kann man doch nicht ernsthaft eine gesamte europäische Migrationspolitik an diesen wenigen Einzelfällen ausrichten. Tragische und unnötige Todesfälle wird es immer geben - sie gehören traurigerweise zum Leben.

Übrigens lassen wir Europäer jedes Jahr Tausende von Flüchtlingen im Mittelmeer ersaufen - und noch mehr sterben bereits auf dem Weg dahin. Ich habe auch keinen praktikablen Vorschlag, wie man das ändern könnte. Aber wenn ich persönlich in meiner Familie von so einem Tod betroffen wäre, würde ich auch anders reden.

400'000 Menschen sterben weltweit jährlich an Feinstaub, davon 66'000 in Deutschland. Ich bin mir ich nicht sicher, ob es für mich tröstlich wäre, dass ein Angehöriger von mir "nur" an Feinstaub gestorben ist und nicht von einem Wahnsinnigen erschossen wurde.

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Re: der "da-krieg-ich-das-kotzen" thread!

Beitragvon Surprise » 26.03.2018 15:55

Ben King hat geschrieben:Danke Surprise, du hast in vielen Punkten recht.

Bei Drogentoten oder Verkehrsunfällen oder Alkoholsüchtigen etc. ist aber keine böse Absicht dahinter. Verkehrsunfälle gibt es nunmal und man kann nur präventiv dagegen wirken, Fussgängerstreifen ausbauen etc. Bei Drogen kann sich jeder selber ändern, wenn er oder sie stark genug ist und damit aufhören.

Bei Anschlägen ist alles viel perfider. Völlig Unschuldige können unter die Räder kommen. Klar, die Chance selbst betroffen zu sein, ist verschwindend klein, aber das Übel liegt bereits viel vor den Anschlägen. Mädchen, die nicht in den Schwimmunterricht dürfen, Frauen, die in einer freien Gesellschaft, vollverschleiert rumlaufen müssen. Frauen, die nur einen ausgesuchten Mann heiraten dürfen (klar, das gibts auch in Indien, Sri Lanka, etc.). Forderungen von Islamschulen und Kindergärten, obwohl Religion und Staat bei uns eigentlich getrennt sein müssten. Spezielle Friedhöfe, obwohl unsere Friedhöfe für integrierte Personen eigentlich gut genug sein müssten etc...Ich beziehe das auf Islamisten und nicht auf alle Moslems. Ich sehe darin schon ein Problem. ;)

Selbstverständlich sind Terroranschläge "gemeiner" als Unfälle, weil sie ja mit Absicht passieren. Das macht sie im Einzelfall auch so verabscheuungswürdig. Diesbezüglich könnte man sie höchstens noch mit anderen (nicht terroristischen) Mordfällen vergleichen. Aber das ist ja auch nicht der Punkt. (Ist dir übrigens schon aufgefallen, dass in den Medien heute jedes Mal, wenn Menschen getötet werden, jedes mal gleich darüber geschrieben wird, ob die Tat "einen terroristischen Hintergrund" habe oder nicht. Als ob ein Mehrfachmord weniger schlimm wäre, wenn er nicht aus terroristischen Gründen geschah. Aber, naja, sobald natürlich ein terroristischer Hintergrund gegeben ist, ist natürlich alles noch viel schlimmer, dann ist Massenpanik angesagt und gerechtfertigt. Ansonsten sind es halt einfach ein paar Tote...)

Ich will jetzt auch keine Diskussion führen über die Schwierigkeiten der Integration von Flüchtlingen. Es lässt sich nicht von der Hand weisen, dass es diese Probleme gibt - auch wenn man auch hier etwas relativieren müsste. Tatsache ist, dass die allerwenigsten Moslime Islamisten sind - auch wenn man einen ganz anderen Eindruck kriegt, wenn man auf gewisse Kreise hört. Drum wird in den Medien auch immer wieder über diesen unsäglichen "Islamischen Zentralrat Schweiz" (IZRS) geschrieben - einen kleinen Haufen extremer Spinner, die weniger als 1% der Muslime des Landes repräsentieren und die ja auch nicht von muslimischen Einwanderern geführt werden sondern von konvertierten Schweizern. Aber kaum je hört man etwas über die viel gemässigtere und versöhnlichere Föderation Islamischer Dachorganisationen Schweiz (FIDS) oder die Koordination Islamischer Organisationen Schweiz (KIOS), die beiden grössten muslimischen Organisationen der Schweiz. Weil das in den Medien weniger Schlagzeilen liefert und sich politisch auch weniger gut ausschlachten lässt.

Um damit den Bogen wieder zurück zu den Faschisten zu schlagen: Das sind faktenfrei argumentierende Asc...öcher, die gezielt auf Hetze, Hass und Angst setzen. An deren Aufkommen ist keine Regierung schuld sondern nur und auschliesslich (1) die faschistigschen Führer, die Hass und Angst verbreiten und bewirtschaften, und (2) die manipulierten Mitläufer, die solche Dinge zu wenig hinterfragen den den faschistischen Führern und ihren einfachen Rezepten zu vermeintlichen Problemen Glauben schenken.

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ryan
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Re: der "da-krieg-ich-das-kotzen" thread!

Beitragvon ryan » 26.03.2018 16:53

Surprise hat geschrieben:
ryan hat geschrieben:Es ist ein sensibles Thema und so wie du argumentierst machst du gerade das Gegenteil von der Überreaktionen der Rechten, du verharmlost es. Wenn du aber selbst Leute in der Familie hättest, die mit einem Terroranschlag konfrontiert gewesen sind, würdest du aber auch keine solche Vergleiche bringen...

Tut mir leid, daber das stimmt nun einfach nicht.

Surprise hat geschrieben:Ich will die grauenhaften Anschläge der letzten Jahre keineswegs verharmlosen. Jedes Terroropfer ist zuviel und wenn es dich oder deine Angehörigen trifft, nützt es dir nichts, wenn du statistisch gesehen ein Ausnahmefall bist. Das ist mir alles klar. ...


Mit dem "wenn du selber betroffen wärst, würdest du anders reden"-Argument kann jede Diskussion betreffend Todesopfer jeglicher Art abgewürgt werden. Eine solche Diskussion kann letztlich immer nur mit einer gewissen analytischen und sachlichen Distanz geführt werden. Selbstverständlich ist der Verlust eines Angehörigen durch einen Terroranschlag absolut grauenhaft für die Betroffenen - wie wohl jeder Verlust eines Angehörigen. Ich kann und will nicht darüber diskutieren, ob es schlimmer ist, jemanden durch einen Terroranschlag oder z.B. durch einen Raserunfall zu verlieren. Das ist komplett sinnlos.

Entscheidend ist etwas anderes: Man muss unterscheiden zwischen der unbestrittenen Tragik im Einzelfall und deren Relevanz für unsere gesamte Gesellschaft. Ich habe mich am (auch von dir explizit vertretenen) Argument gestört, die europäischen Regierungen seien wegen ihrer laschen Migrationspolitik indirekt für das Aufkommen des Faschismus in Europa verantwortlich. Es handelt sich hier um Themen europaweiter Relevanz. Ohne die Tragik des Einzelfalls nur im Ansatz verharmlosen zu wollen kann man doch nicht ernsthaft eine gesamte europäische Migrationspolitik an diesen wenigen Einzelfällen ausrichten. Tragische und unnötige Todesfälle wird es immer geben - sie gehören traurigerweise zum Leben.

Übrigens lassen wir Europäer jedes Jahr Tausende von Flüchtlingen im Mittelmeer ersaufen - und noch mehr sterben bereits auf dem Weg dahin. Ich habe auch keinen praktikablen Vorschlag, wie man das ändern könnte. Aber wenn ich persönlich in meiner Familie von so einem Tod betroffen wäre, würde ich auch anders reden.

400'000 Menschen sterben weltweit jährlich an Feinstaub, davon 66'000 in Deutschland. Ich bin mir ich nicht sicher, ob es für mich tröstlich wäre, dass ein Angehöriger von mir "nur" an Feinstaub gestorben ist und nicht von einem Wahnsinnigen erschossen wurde.


Jetzt entfernen wir uns immer mehr von der eigentlichen Diskussion. Ich denke wir sind gar nicht einmal so verschiedener Meinung über das Thema, aber in Schriftform kann gerne mal etwas falsch aufgenommen werden...
Alkohol ist für Menschen, die ein paar Hirnzellen weniger verschmerzen können.

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Re: der "da-krieg-ich-das-kotzen" thread!

Beitragvon ofirofir » 26.03.2018 18:48

Surprise hat geschrieben:
Ben King hat geschrieben:Danke Surprise, du hast in vielen Punkten recht.

Bei Drogentoten oder Verkehrsunfällen oder Alkoholsüchtigen etc. ist aber keine böse Absicht dahinter. Verkehrsunfälle gibt es nunmal und man kann nur präventiv dagegen wirken, Fussgängerstreifen ausbauen etc. Bei Drogen kann sich jeder selber ändern, wenn er oder sie stark genug ist und damit aufhören.

Bei Anschlägen ist alles viel perfider. Völlig Unschuldige können unter die Räder kommen. Klar, die Chance selbst betroffen zu sein, ist verschwindend klein, aber das Übel liegt bereits viel vor den Anschlägen. Mädchen, die nicht in den Schwimmunterricht dürfen, Frauen, die in einer freien Gesellschaft, vollverschleiert rumlaufen müssen. Frauen, die nur einen ausgesuchten Mann heiraten dürfen (klar, das gibts auch in Indien, Sri Lanka, etc.). Forderungen von Islamschulen und Kindergärten, obwohl Religion und Staat bei uns eigentlich getrennt sein müssten. Spezielle Friedhöfe, obwohl unsere Friedhöfe für integrierte Personen eigentlich gut genug sein müssten etc...Ich beziehe das auf Islamisten und nicht auf alle Moslems. Ich sehe darin schon ein Problem. ;)

Selbstverständlich sind Terroranschläge "gemeiner" als Unfälle, weil sie ja mit Absicht passieren. Das macht sie im Einzelfall auch so verabscheuungswürdig. Diesbezüglich könnte man sie höchstens noch mit anderen (nicht terroristischen) Mordfällen vergleichen. Aber das ist ja auch nicht der Punkt. (Ist dir übrigens schon aufgefallen, dass in den Medien heute jedes Mal, wenn Menschen getötet werden, jedes mal gleich darüber geschrieben wird, ob die Tat "einen terroristischen Hintergrund" habe oder nicht. Als ob ein Mehrfachmord weniger schlimm wäre, wenn er nicht aus terroristischen Gründen geschah. Aber, naja, sobald natürlich ein terroristischer Hintergrund gegeben ist, ist natürlich alles noch viel schlimmer, dann ist Massenpanik angesagt und gerechtfertigt. Ansonsten sind es halt einfach ein paar Tote...)

Ich will jetzt auch keine Diskussion führen über die Schwierigkeiten der Integration von Flüchtlingen. Es lässt sich nicht von der Hand weisen, dass es diese Probleme gibt - auch wenn man auch hier etwas relativieren müsste. Tatsache ist, dass die allerwenigsten Moslime Islamisten sind - auch wenn man einen ganz anderen Eindruck kriegt, wenn man auf gewisse Kreise hört. Drum wird in den Medien auch immer wieder über diesen unsäglichen "Islamischen Zentralrat Schweiz" (IZRS) geschrieben - einen kleinen Haufen extremer Spinner, die weniger als 1% der Muslime des Landes repräsentieren und die ja auch nicht von muslimischen Einwanderern geführt werden sondern von konvertierten Schweizern. Aber kaum je hört man etwas über die viel gemässigtere und versöhnlichere Föderation Islamischer Dachorganisationen Schweiz (FIDS) oder die Koordination Islamischer Organisationen Schweiz (KIOS), die beiden grössten muslimischen Organisationen der Schweiz. Weil das in den Medien weniger Schlagzeilen liefert und sich politisch auch weniger gut ausschlachten lässt.

Um damit den Bogen wieder zurück zu den Faschisten zu schlagen: Das sind faktenfrei argumentierende Asc...öcher, die gezielt auf Hetze, Hass und Angst setzen. An deren Aufkommen ist keine Regierung schuld sondern nur und auschliesslich (1) die faschistigschen Führer, die Hass und Angst verbreiten und bewirtschaften, und (2) die manipulierten Mitläufer, die solche Dinge zu wenig hinterfragen den den faschistischen Führern und ihren einfachen Rezepten zu vermeintlichen Problemen Glauben schenken.

islamisten gleich faschisten. fakt ist, es erträgt nur einen gemässigten islam hier, sonst kannst du in 20-30 jahren zusehen, wie hier ebenfalls bürgerkrieg herscht. unsere regierungen sollten mal klarer stellung beziehen anstatt den schwanz einzuziehen.

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Surprise
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Re: der "da-krieg-ich-das-kotzen" thread!

Beitragvon Surprise » 26.03.2018 18:58

ofirofir hat geschrieben:islamisten gleich faschisten. fakt ist, es erträgt nur einen gemässigten islam hier, sonst kannst du in 20-30 jahren zusehen, wie hier ebenfalls bürgerkrieg herscht. unsere regierungen sollten mal klarer stellung beziehen anstatt den schwanz einzuziehen.

Niemand spricht sich für Islamisten aus. Nur sind die Islamisten ein verschwinden kleiner Teil, der nur deshalb überhaupt zur Kenntnis genommen wird, weil Leute wie du so einen Klamauk um ihn machen. Aber das wirst du nie verstehen. Du surfst ja auch auf Fake News Hetzportalen wie dem Wochenblick.at. Das überrascht wirklich niemanden.
Zuletzt geändert von Surprise am 26.03.2018 19:24, insgesamt 1-mal geändert.

voegi903
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Re: der "da-krieg-ich-das-kotzen" thread!

Beitragvon voegi903 » 26.03.2018 19:11

ofirofir hat geschrieben:
Surprise hat geschrieben:
Ben King hat geschrieben:Danke Surprise, du hast in vielen Punkten recht.

Bei Drogentoten oder Verkehrsunfällen oder Alkoholsüchtigen etc. ist aber keine böse Absicht dahinter. Verkehrsunfälle gibt es nunmal und man kann nur präventiv dagegen wirken, Fussgängerstreifen ausbauen etc. Bei Drogen kann sich jeder selber ändern, wenn er oder sie stark genug ist und damit aufhören.

Bei Anschlägen ist alles viel perfider.[img] Völlig Unschuldige können unter die Räder kommen. Klar, die Chance selbst betroffen zu sein, ist verschwindend klein, aber das Übel liegt bereits viel vor den Anschlägen. Mädchen, die nicht in den Schwimmunterricht dürfen, Frauen, die in einer freien Gesellschaft, vollverschleiert rumlaufen müssen. Frauen, die nur einen ausgesuchten Mann heiraten dürfen (klar, das gibts auch in Indien, Sri Lanka, etc.). Forderungen von Islamschulen und Kindergärten, obwohl Religion und Staat bei uns eigentlich getrennt sein müssten. Spezielle Friedhöfe, obwohl unsere Friedhöfe für integrierte Personen eigentlich gut genug sein müssten etc...Ich beziehe das auf Islamisten und nicht auf alle Moslems. Ich sehe darin schon ein Problem. ;)

Selbstverständlich sind Terroranschläge "gemeiner" als Unfälle, weil sie ja mit Absicht passieren. Das macht sie im Einzelfall auch so verabscheuungswürdig. Diesbezüglich könnte man sie höchstens noch mit anderen (nicht terroristischen) Mordfällen vergleichen. Aber das ist ja auch nicht der Punkt. (Ist dir übrigens schon aufgefallen, dass in den Medien heute jedes Mal, wenn Menschen getötet werden, jedes mal gleich darüber geschrieben wird, ob die Tat "einen terroristischen Hintergrund" habe oder nicht. Als ob ein Mehrfachmord weniger schlimm wäre, wenn er nicht aus terroristischen Gründen geschah. Aber, naja, sobald natürlich ein terroristischer Hintergrund gegeben ist, ist natürlich alles noch viel schlimmer, dann ist Massenpanik angesagt und gerechtfertigt. [/img]Ansonsten sind es halt einfach ein paar Tote...)

Ich will jetzt auch keine Diskussion führen über die Schwierigkeiten der Integration von Flüchtlingen. Es lässt sich nicht von der Hand weisen, dass es diese Probleme gibt - auch wenn man auch hier etwas relativieren müsste. Tatsache ist, dass die allerwenigsten Moslime Islamisten sind - auch wenn man einen ganz anderen Eindruck kriegt, wenn man auf gewisse Kreise hört. Drum wird in den Medien auch immer wieder über diesen unsäglichen "Islamischen Zentralrat Schweiz" (IZRS) geschrieben - einen kleinen Haufen extremer Spinner, die weniger als 1% der Muslime des Landes repräsentieren und die ja auch nicht von muslimischen Einwanderern geführt werden sondern von konvertierten Schweizern. Aber kaum je hört man etwas über die viel gemässigtere und versöhnlichere Föderation Islamischer Dachorganisationen Schweiz (FIDS) oder die Koordination Islamischer Organisationen Schweiz (KIOS), die beiden grössten muslimischen Organisationen der Schweiz. Weil das in den Medien weniger Schlagzeilen liefert und sich politisch auch weniger gut ausschlachten lässt.

Um damit den Bogen wieder zurück zu den Faschisten zu schlagen: Das sind faktenfrei argumentierende Asc...öcher, die gezielt auf Hetze, Hass und Angst setzen. An deren Aufkommen ist keine Regierung schuld sondern nur und auschliesslich (1) die faschistigschen Führer, die Hass und Angst verbreiten und bewirtschaften, und (2) die manipulierten Mitläufer, die solche Dinge zu wenig hinterfragen den den faschistischen Führern und ihren einfachen Rezepten zu vermeintlichen Problemen Glauben schenken.

islamisten gleich faschisten. fakt ist, es erträgt nur einen gemässigten islam hier, sonst kannst du in 20-30 jahren zusehen, wie hier ebenfalls bürgerkrieg herscht. unsere regierungen sollten mal klarer stellung beziehen anstatt den schwanz einzuziehen.


Es benötigt aber auch Aufklärung für die uns bezüglich Islam. Solange wir ein derart verfälschtes Bild dieser Religion für normal halten, werden wir Moslems immer mit Vorurteilen begegnen. Integration beruht auf Beidseitigkeit und kann nicht funktionieren, wenn man diese Leute gar nicht hier haben will.

Und mit der einseitigen und populistischen Berichterstattung wird sich das Gesellschaftsbild niemals ändern. Klar muss über Problem berichtet werden und diese müssen wir auch angehen. Aber das funktioniert nur gemeinsam.

Nehmen wir den folgenden Bericht als Beispiel.

Integration im Fussballclub

Solche Situationen sind alltäglich in der Schweiz und ein Zeichen gelungener Integration. Trotzdem schreibt man meist lieber über negative Fälle.

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Re: der "da-krieg-ich-das-kotzen" thread!

Beitragvon Pumba » 28.03.2018 11:45

Danke vielmol Surprise! Wirklich guter Einsatz hier ;)

Wer dann aus einer guten und auch zeitintensiven Antwort bloss einen Satz rauspickt, macht es sich wirklich sehr einfach und wäre in meinen Augen die Mühe gar nicht wert. Deshalb nochmals, vielen Dank!

Ein Gedanke meinerseits, welchen ich euch mit auf den Weg geben will: Die IslamistInnen und FaschistInnen sind aufeinander angewiesen. Sie schüren den Hass auf die jeweiligen "Anderen" und dies gelingt besser, wenn auf der "anderen Seite" auch jemand hetzt. Die islamistische Hetze verfolgt seit langem das Ziel, im Westen die Fronten zu verhärten. Die faschistische Hetze profitiert davon und kann damit "Politik" machen. Und davon profitiert dann wiederum die andere Seite.

Wollt ihr da wirklich in die selbe Richtung schwimmen?

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Re: der "da-krieg-ich-das-kotzen" thread!

Beitragvon ofirofir » 28.03.2018 15:18

Surprise hat geschrieben:
ofirofir hat geschrieben:islamisten gleich faschisten. fakt ist, es erträgt nur einen gemässigten islam hier, sonst kannst du in 20-30 jahren zusehen, wie hier ebenfalls bürgerkrieg herscht. unsere regierungen sollten mal klarer stellung beziehen anstatt den schwanz einzuziehen.

Niemand spricht sich für Islamisten aus. Nur sind die Islamisten ein verschwinden kleiner Teil, der nur deshalb überhaupt zur Kenntnis genommen wird, weil Leute wie du so einen Klamauk um ihn machen. Aber das wirst du nie verstehen. Du surfst ja auch auf Fake News Hetzportalen wie dem Wochenblick.at. Das überrascht wirklich niemanden.

Und jetzt? Die andern sehen nur die Faschisten. Sag ja nur das. Die einen wollen alle Ausländer raus, die andern jeden persönlich in Afrika abholen. Es gibt nur Kompromisse. Beide Extreme sind bescheuert. Ich bin in der Mitte, aber was solls. Hab ich gesagt was Merkel macht geht nicht oder nicht? Und? Hat sie einen Rückzieher gemacht oder nicht? Wieso hat sich die Lage anscheinend beruhigt? Wieso kommen weniger nach Deutschland? Wieso wohl? Weil man nicht grenzenlos sein kann, oder? Wieso sonst? Einfach rausposaunen wie die Funiciello man müsse alles für alle machen und sich besser hinstellen, kann jeder. Gemacht ist aber deswegen noch lange nichts.

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Re: der "da-krieg-ich-das-kotzen" thread!

Beitragvon Robo77 » 30.03.2018 10:53

Pumba hat geschrieben:Danke vielmol Surprise! Wirklich guter Einsatz hier ;)



!!
Wenn Du anfängst einen Fußballclub zu unterstützen, dann unterstützt Du ihn nicht wegen seiner Trophäen oder eines Spielers oder seiner Geschichte. Du unterstützt ihn weil Du Dich dort selbst wieder gefunden hast. Ein Teil davon sein willst.

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Re: der "da-krieg-ich-das-kotzen" thread!

Beitragvon ybforever » 28.04.2018 12:45

ganz deiner meinung! :-)

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Re: der "da-krieg-ich-das-kotzen" thread!

Beitragvon ForzaFCSG » 28.04.2018 13:42

ybforever hat geschrieben:ganz deiner meinung! :-)


Hast du dich verlaufen oder wolltest dich mal in einem richtigen Forum anmelden? Bei eurem kriegt man Augenkrebs ;)
WM Final 2010: Robben überholt Puyol in einem Laufduell! Beni Thurnheers Kommentar: "Schnellzug gegen Güterzug!"

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Re: der "da-krieg-ich-das-kotzen" thread!

Beitragvon DerNachbar » 28.04.2018 15:09

ybforever hat geschrieben:


Passt hervorragend in diesen thread.

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Graf Choinjcki
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Re: der "da-krieg-ich-das-kotzen" thread!

Beitragvon Graf Choinjcki » 28.04.2018 22:21

DerNachbar hat geschrieben:
ybforever hat geschrieben:


Passt hervorragend in diesen thread.

!!!!
Obiger Beitrag ist KEIN Aufruf zu Gewalt!
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Zelli_Supastah
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Re: der "da-krieg-ich-das-kotzen" thread!

Beitragvon Zelli_Supastah » 30.04.2018 17:41

Surprise hat geschrieben:
ofirofir hat geschrieben:islamisten gleich faschisten. fakt ist, es erträgt nur einen gemässigten islam hier, sonst kannst du in 20-30 jahren zusehen, wie hier ebenfalls bürgerkrieg herscht. unsere regierungen sollten mal klarer stellung beziehen anstatt den schwanz einzuziehen.

Niemand spricht sich für Islamisten aus. Nur sind die Islamisten ein verschwinden kleiner Teil, der nur deshalb überhaupt zur Kenntnis genommen wird, weil Leute wie du so einen Klamauk um ihn machen. Aber das wirst du nie verstehen. Du surfst ja auch auf Fake News Hetzportalen wie dem Wochenblick.at. Das überrascht wirklich niemanden.


Wer die Islamisten für einen verschwindend kleinen Teil unter den Muslimen hält, hat schlichtweg keine Ahnung. Weder von der Szene bzw. Bewegung noch von den sich seit den 70er-Jahren durchsetzenden totalitären Auslegungen...sondern wiederholt lediglich brav all das, was uns die vermeintlich Gemässigten und ihre treudoofen Kollaborateure - die Kirchen an vorderster Front - als ideologisch richtig und politisch korrekt vorgeben. Ignoranz war noch nie ein guter Ratgeber, wenn es um Totalitarismus welcher Provenienz auch immer ging. Die "säkularen" Türken, die die islamistische Gefahr vor 10 Jahren noch kleingeredet haben und der Meinung waren, sie könnten Erdogan und seine Schlächter problemlos unter Kontrolle halten, sitzen heute alle gemeinsam in türkischen Folterknästen.
Die Entwicklung in der Türkei steht exemplarisch für die Entwicklungen in allen ehemals teilweise/grossteils säkular geprägten muslimischen Staaten der vergangenen 40 Jahre. Auch wenn es Leute wie Du wohl heute noch als islamophobe Fake-News-Bubble-Hirngespinnst abtun, rollt seit den 70er-Jahren eine islamistische Revolution über den gesamten muslimischen Raum, mit den Triebfedern Saudi-Arabien und Iran. Ganze Gesellschaften wurden - und werden weiterhin - teilweise offensiv, teilweise schleichend indoktriniert, im Sinne einer "saudischen" bzw. "persischen" - und damit totalitären und rassistischen - Auslegung von Koran und Hadithen. Saudische Moscheen wurden in den abgelegensten Käffern in der gesamten sunnitisch geprägten Welt gebaut..und wo eine Moschee auch (immer wieder) ein Imam. Zugleich sind in genau dieser Phase die Bevölkerungen im muslimischen Raum geradezu explodiert. Und genau da liegt der zentrale Punkt, der Deiner Behauptung zuwiderläuft. Der grösste Teil der heute lebenden Muslime wurde mit den totalitären Auslegungen von Koran und Hadithen gross. Für die sind die extremen Interpretationen das Normalste der Welt, da sie von Anfang an nichts anderes kennengelernt haben. Und genau deshalb sehen sie sich auch nicht als Islamisten, sondern schlicht als ganz normale, gute Muslime.

Es gäbe "gemässigte" Auslegungen bzw. Rechtsschulen. Doch genau ihre "Mässigung" ist ihr Problem. Nicht umsonst sind die ehemaligen Herren über Mekka heute nur noch in Jordanien relevant...und auch nur, weil sie seit Jahrzehnten militärisch von den USA und - wie bitter - Israel gestützt werden.
Die Gemässigten kommen ja selbst bei uns im aufgeklärten und gegen Totalitarismus so unglaublich gefeiten Westen unter die Räder und werden von Kulturrelativierern, "Feministinnen" und Selbsthassern offen als islamophob attackiert.

Ah ja...und von wegen Relevanz des Themas für uns hier in Europa, Deutschland, der Schweiz: Wenn Kritiker des Islam oder Islamismus in Europa, Deutschland, der Schweiz nur noch unter ständigem Polizeischutz leben können, weil ihnen ansonsten das Schicksal eines Theo van Gogh, Stéphane Charbonnier, Jean Cabut, Bernard Verlhac, Philippe Honoré oder Georges Wolinski droht, braucht es schon ein ziemlich grosses Mass an Ignoranz und ideologischer Verblendung, um ernsthaft behaupten zu können, das Thema muslimischer Totalitarismus sei leider nur aufgrund irgendwelcher Fanatiker auf irgendwelchen Hetzportalen überhaupt immer wieder Thema...für eine offene, demokratisch-rechtstaatliche Gesellschaft. Um den Spiess noch ganz umzudrehen: Das eigentliche Problem Europas und der Schweiz sind nicht die Totalitaristen, sondern diejenigen Eingeborenen, die erst dann merken, dass auch sie Frosch sind, wenn das Wasser um sie herum schon kocht.

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Re: der "da-krieg-ich-das-kotzen" thread!

Beitragvon wallace » 02.05.2018 12:51

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Re: der "da-krieg-ich-das-kotzen" thread!

Beitragvon Zelli_Supastah » 08.05.2018 21:57

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Re: der "da-krieg-ich-das-kotzen" thread!

Beitragvon ofirofir » 08.05.2018 22:46

Zelli_Supastah hat geschrieben:wallace

Word.

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Re: der "da-krieg-ich-das-kotzen" thread!

Beitragvon Mr. Szyslak » 09.05.2018 06:19

Wir sind wieder nicht im ESC-Finale...!! :( :eek:

:lol: :lol:
Robäääääärt

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Re: der "da-krieg-ich-das-kotzen" thread!

Beitragvon ryan » 09.05.2018 07:50

Mr. Szyslak hat geschrieben:Wir sind wieder nicht im ESC-Finale...!! :( :eek:

:lol: :lol:


Ich frage mich, wieso man überhaupt noch dort mitmacht, immer das gleiche dort :lol:
Alkohol ist für Menschen, die ein paar Hirnzellen weniger verschmerzen können.

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Re: der "da-krieg-ich-das-kotzen" thread!

Beitragvon Braveheart » 09.05.2018 11:18

ryan hat geschrieben:
Mr. Szyslak hat geschrieben:Wir sind wieder nicht im ESC-Finale...!! :( :eek:

:lol: :lol:


Ich frage mich, wieso man überhaupt noch dort mitmacht, immer das gleiche dort :lol:

Fand den Song nicht so schlecht. Nur schon die Teilnahme am Halbfinale ist halt eine grosse Sache.

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Re: der "da-krieg-ich-das-kotzen" thread!

Beitragvon ryan » 09.05.2018 11:39

Braveheart hat geschrieben:
ryan hat geschrieben:
Mr. Szyslak hat geschrieben:Wir sind wieder nicht im ESC-Finale...!! :( :eek:

:lol: :lol:


Ich frage mich, wieso man überhaupt noch dort mitmacht, immer das gleiche dort :lol:

Fand den Song nicht so schlecht. Nur schon die Teilnahme am Halbfinale ist halt eine grosse Sache.


Der Song ist Geschmacksache. Finde die ganze Veranstaltung für nichts. Ein bisschen Fähnchen schwingen und dann noch so Aussagen wie "die Grösste Party des Jahres" :roll:

Am Ende geben sich die "Kollegen" wieder gegenseitig Punkte, dann gibt es 2 Tage lang ein TamTam um den Sieger und nach einer Woche interessiert das Thema keinen mehr.
Alkohol ist für Menschen, die ein paar Hirnzellen weniger verschmerzen können.

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Re: der "da-krieg-ich-das-kotzen" thread!

Beitragvon poohteen » 14.05.2018 14:37

ryan hat geschrieben:
Braveheart hat geschrieben:
ryan hat geschrieben:
Mr. Szyslak hat geschrieben:Wir sind wieder nicht im ESC-Finale...!! :( :eek:

:lol: :lol:

Ich frage mich, wieso man überhaupt noch dort mitmacht, immer das gleiche dort :lol:

Fand den Song nicht so schlecht. Nur schon die Teilnahme am Halbfinale ist halt eine grosse Sache.

Der Song ist Geschmacksache. Finde die ganze Veranstaltung für nichts. Ein bisschen Fähnchen schwingen und dann noch so Aussagen wie "die Grösste Party des Jahres" :roll:

Am Ende geben sich die "Kollegen" wieder gegenseitig Punkte, dann gibt es 2 Tage lang ein TamTam um den Sieger und nach einer Woche interessiert das Thema keinen mehr.

:D :beten: :lol:
http://www.persoenlich.com/tvkritik/ste ... ng-contest
Zum Schluss noch dies: Sollte die Schweiz trotz Niederlagen am laufenden Band auch 2019 beim ESC antreten wollen, könnte sie es in Jerusalem mit ein paar singenden GC-Spielern versuchen. Diese verlieren zwar auch regelmässig, würden aber wenigstens 38 Punkte mitbringen.
Wir Menschen wechseln heutzutage alles bis auf eines: die Weltanschauung, die Religion, die Ehefrau oder den Ehemann, die Partei, die Wahlstimme, die Freunde, die Feinde, das Haus, das Auto, die literarischen, filmischen oder gastronomischen Vorlieben, die Gewohnheiten, die Hobbys, unsere Arbeitszeiten, alles unterliegt einem zum Teil sogar mehrfachen Wandel, der sich in unserer schnelllebigen Zeit rasch vollzieht. Das einzige, wo wir anscheinend keine Veränderung zulassen, ist der Fussballverein, zu dem man von Kindesbeinen an hält. Javier Marias - Alle unsere frühen Schlachten


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